Geschichte des Fördervereins

Schebens Tünn - der Retter von KnechtstedenAm 23. Februar 1987 haben sich in Knechtsteden - auf Einladung eines Initiativkreises zur Gründung eines Fördervereins  - Vertreter des Erzbistums Köln, Mitglieder des Ordens der Spiritaner, Vertreter für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Missionshauses, Repräsentanten ehemaliger Internatsschüler Knechtstedens, Sprecher für die Jugendlichen aus der Region, Vertreter des Kreises Neuss und der Stadt Dormagen sowie Persönlichkeiten aus der Bürgerschaft der Städte Köln und Neuss zur Gründungsversammlung des "Förderverein für das Missionshaus Knechtsteden" zusammengefunden.

Die Gründung des Fördervereins für das Missionshaus Knechtsteden geschah vor einem traditionsreichen, historischen Hintergrund. Als im Jahre 1869 das ehemalige Prämonstratenserstift Knechtsteden ein Raub der Flammen wurde, waren es Kölner Bürger, die - angeregt durch den Gastwirt Anton Scheben - einen ersten Reparaturverein für den Wiederaufbau der Klosterkirche gründeten. Bald darauf gründeten Neusser Bürger einen weiteren Reparaturverein. Mit Hilfe dieser Vereine gelang es, das altehrwürdige romanische Gotteshaus aus dem Jahre 1138 wiederherzustellen und der Nachwelt zu erhalten.

Anton Hubert Schäben, "Schäbens Tünn", Bierbrauer u. Gastwirt zu Köln (1837-1903), versucht sich beim Brand von Knechtsteden als Wehrmann mit der Feuerpatsche - offenbar gegen den Widerstand der Bevölkerung.

Im Jahre 1895 kamen die Spiritaner nach Knechtsteden, um im Rheinland ihr erstes Missionshaus zu gründen. Sie fanden neben der wiedererstellten Kirche ein Ruinenfeld vor. Wieder waren es die Bürger des Rheinlandes, die mithalfen, aus den Ruinen das Kloster Knechtsteden neu erstehen zu lassen. Unter der Leitung des Kölner Stadtverordneten Zilkens wurde im Jahr 1895 der "Verein für das Missionshaus Knechtsteden" ins Leben gerufen. Diesem schlossen sich die beiden Reparaturvereine von Köln und Neuss an. Den in diesem Verein fortan zusammengeschlossenen Spendern und Gönnern ist es zu verdanken, daß bereits im Jahre 1908 wesentliche Teile des ehemaligen Prämonstratenserstifts wiedererrichtet waren.

Die Erhaltung und Unterhaltung der weitläufigen Klosteranlage ist eine Aufgabe, die heute eine Ordensgemeinsschaft alleine überfordert. Der "Förderverein für das Missionshaus Knechtsteden e.V." möchte dem Orden helfen, das Kloster zu tragen. So kann die größte mittelalterliche Klosteranlage im Erzbistum Köln weiterhin Bestand haben. Seit Bestehen  hat der Verein unter anderem bei der baulichen Sanierung der Basilika sowie weiterer Gebäude der Klosteranlage bemerkenswerte finanzielle Fördermittel bereitgestellt.